Jubel von H&R HBDL bei der Siegerehrung 


Zweiter wurde Mazda Racing Team G&F


Platz drei für funmotorsports
Sieg für H&R HBDL bei 24 Stunden von Leipzig 2008

Das Team H&R HBDL gewinnt mit einem Start-Ziel-Sieg die dritte Auflage der 24 Stunden von Leipzig 2008. 1.648 Runden führte man das Rennen an und gewann zum Schluß auch verdient vor Mazda Racing Team G&F und funmotorsports.

Es war zum Schluß eine klare Angelegenheit für das Siegener Team H&R HBDL um Teamchef Heinz Bröker. Schon beim Zeittraining am Samstag konnte Hannes Hirsch jr. mit 51.461 Sekunden für die 700 Meter lange Strecke auf der Kartbahn in Leipzig-Dölzig die Pole Position der 18 Teams erzielen. „Wir wollen das Rennen gewinnen“, so Bröker kurz vor dem Start. Und nach Platz 14 und 16 in den vergangenen Jahren hatte man mit den Piloten Alexander Starke, Michael Weidemann, Stefan Siepmann, Stephan Epp, Hannes Hirsch jr und Manfred Schlösser ausgewählte Indoor-Profis am Werk. Auf Platz zwei nach dem Qualifying kam das junge Team von funmotorsports, die unter dem Namen reifen.com beim Debüt 2006 den Sieg davontragen konnten. Marcel Schlenker lieferte Hannes Hirsch jr einen harten Kampf um die Pole Position und musste sich nur knapp geschlagen geben. Mediencentrum (Sebastian Mäder), MSC Scuderia Kempten (Andreas Eppinger) und Formel Gloria by Motorsport XL (Thomas Neumann) lagen auf den Plätzen drei bis fünf. Nur auf Rang sechs kam der schnellste Pilot von 2007, Denny Görsdorf. Der Lokalmatador aus Leipzig trat mit exakt der gleichen Mannschaftsbesetzung von Mazda Racing Team G&F an und wollte natürlich den Sieg verteidigen.

Der Start durch Rennleiter Werner Aichinger, der auch als Rennleiter der Formel 1 in Hockenheim fungierte, erfolgte exakt um 14.00 Uhr! Und nun zeigte sich, dass Platz sechs für Görsdorf ein Problem war. Er wurde eingekeilt und kam nur auf Platz 14 aus der ersten Runde zurück. „Ein Pilot stand vor mir und ich kam nicht vor oder zurück“, so Görsdorf. Besser lief es für Hannes Hirsch jr., der als Startfahrer von H&R HBDL ins Rennen ging. Und nach der ersten Stunde hatte man dann auch 26 Sekunden Vorsprung. Und diesen Vorsprung baute man teilweise auf über sieben Runden aus und gewann dann auch zum Schluß mit fünf Runden vor Mazda Racing Team G&F. Heinz Bröker war dann natürlich mit der Leistung seiner Truppe mehr als zufrieden: „Gesagt – getan. Wir wollten unbedingt gewinnen und haben es dann auch in die Tat umgesetzt. Mit Stefan Epp hatten wir auch den Piloten mit der schnellsten Rennrunde von 50,532 Sekunden. Dass wir an die Vorjahresbestzeit von 49,894 Sekunden nicht rankamen, lag wohl an der etwas veränderten Streckenführung im Zelt. Ein Kompliment an meine Piloten, die konstant schnell unterwegs waren. Großes Kompliment aber auch an die anderen Teams. Das Fahrerfeld insgesamt ist noch ausgeglichener. Jetzt wünsche ich mir, dass meinem Freund Jürgen Alzen auf dem Nürburgring beim diesjährigen 24 Stunden-Rennen der gleiche Erfolg gelingt! Zum Schluß noch ein Dank an die Sponsoren H&R und Standox, ohne die dieser Erfolg nicht möglich gewesen wäre. Und ein großes Lob an den Veranstalter. Das Rennen war wieder perfekt organisiert. 2009 werden wir unseren Titel verteidigen!“

Hinter dem neuen Siegerteam kam das Mazda Racing Team G&F ins Ziel. Hier drehte Denny Görsdorf mit 50.752 die zweitschnellste Runde aller Teilnehmer und war mit Platz zwei zum Schluß „unter diese Voraussetzungen“ zufrieden. „H&R HBDL war einfach schneller und nicht zu schlagen. Sie haben keinen Fehler gemacht und verdient gewonnen. Nach den Problemen beim Start und falschem Luftdruck in der ersten Stunde, wussten wir dass es schwer werden würde ganz nach vorne zu kommen. Und so sind wir nach Platz zwei im Jahr 2006 und Platz 1 in 2007 nun wieder auf Platz zwei gekommen und damit bisher erfolgreichstes Team in der noch jungen Geschichte der 24 Stunden von Leipzig!“

Auf Platz drei kam nach hartem internen Kampf funmotorsports. Die Truppe von Teamchef Jörg Seliger hatte es voll erwischt. Grippe und Fieber legten einige Piloten lahm und so war Platz drei wenn man so will der verdiente Lohn, nachdem man über viele Stunden hinweg sich einen harten Kampf mit Mediencentrum um den letzten Podestplatz lieferte. „Wir sind super zufrieden. Selbst mit sehr fitten Piloten wäre Platz 1 oder 2 wahrscheinlich nicht möglich gewesen.“ Ingesamt 20 Stunden absolvierte funmotorsports nur mit den drei Piloten Marcel Schlenker, Marian Pasic und Paul Seliger! „Wir mussten sie zum Schluß regelrecht raustragen!“ Grund für Platz drei sieht der Teamchef dann auch in der Taktik, die „bei uns voll aufgegangen ist“.

Mit der Strategie haderte dann aber Teamchef Marco Kratz vom Mediencentrum. „Ich denke, wir hatten die falsche Taktik und dies war ein Grund, warum es nicht zum Podest gelangt hat. Aber man muss auch sagen, dass funmotorsports ein absoluter harter Gegner war, der mit Marcel Schlenker einen überaus schnellen Piloten hatte.“ Und weiter: „Ich bin sicherlich nicht unzufrieden und möchte den Fahrern ein großes Kompliment machen. Platz vier bei solch einem ausgeglichenen Feld ist ein gutes Ergebnis!“

Ebenfalls zufrieden war die Oscherslebener Mannschaft von Schubert Motorsport. Teamchef Stefan Wendl gab als Ziel kurz vor dem Start aus: P5. Und was eine gute Mannschaft ist, die hört auf ihren Teamchef und erfüllte diesen Wunsch. Obwohl man sicherlich keine ausgewiesenen Spezialisten dabei hatte, die jede Woche ihre Runden im Kart drehen, machte man einen sehr guten Job. Richard Görranson zum Beispiel. Der ehemalige Tourenwagen-Europameister und Pilot der 24 Stunden vom Nürburgring war am Freitag vor dem Rennen zum ersten Mal seit langer Zeit wieder im Kart unterwegs. „Ein 24 Stunden-Rennen im Kart bin ich vorher noch nie gefahren“, so der Schwede. „Aber ich muss sagen, ich bin begeistert. Die Organisation und das Rennen sind sehr professionell. Dazu kommt, dass solch ein Saisonauftakt mit Schubert Motorsport ebenfalls sehr schön ist!“ Auch Wendl war nachher natürlich zufrieden: „Wenn man sich die Fahrer anschaut, die eine sehr hohe Leistungsdichte haben, dann sind wir mit Platz fünf sehr glücklich. Aber auch unsere Piloten lagen alle innerhalb von 3/10 und zum Schluß konnten wir konstant unter 51er-Zeiten fahren.“

Platz sechs für die MSC Scuderia Kempten. Die Allgäuer Truppe um Teamchef Christoph Grübel hatte einen harten Kampf mit Diegowie Power Racing Team. In den letzten sechs Stunden lag man immer dicht beisammen. Und mit Andreas Eppinger (MSC Scuderia Kempten) und Christian Voss (Diegowie) schickte man nochmals die schnellsten Piloten raus. Voss kam immer näher ran und überholte eine Runde vor Schluß Eppinger nach hartem Kampf. Doch kurz vor Zielstrich war Eppinger dann wieder 0,050 Sekunden vor Voss. Grund war, dass vor Voss zwei Fahrer schon abbremsten und Eppinger noch vorbei gehen konnte. „Das war natürlich blöd von meinem Vordermann abzubremsen. Dadurch kam Kempten noch auf Platz sechs“, so Voss. Und Teamchef Dieter Golz meinte: „Schön war das nicht. Allerdings kann dafür niemand etwas aus dem anderen Fahrer. Er dachte wohl, das Rennen sei schon beendet. Aber das ist schon vergessen. Platz sieben ist für unser Debüt super und wir wollen 2009 dieses Ergebnis nochmals verbessern. Unser Problem war, dass unsere Fahrer im Durchschnitt 15 bis 20 kg mehr wogen als die anderen Piloten. Das machte den Unterschied!“

Platz acht für Formel Gloria by Motorsport XL. Erst zwei Tage vor Beginn des Rennens wurde eine Mannschaft um Teamchef Michael Kerl gebildet, da ein anderes Team kurzfristig abgesagt hatte. „Dafür haben die Jungs den Job sehr gut gemacht“, so Kerl. „Manchmal fragt man sich allerdings, warum man so etwas Verrücktes über 24 Stunden überhaupt macht. Wird man dann aber im nächsten Jahr wieder gefragt, dann freut man sich erneut drauf!“ Erst kurz vor Schluß konnte die Mannschaft noch am Kart World Racing Team vorbei gehen und Platz acht sichern. Ein Beweis, wie stark man auch zum Schluß noch fahren konnte.

Das Berliner Kart World Racing Team wollte in diesem Jahr eigentlich auch weiter vorne mitfahren. Doch eine Strafe zu Beginn des Rennens kostete fast neun Runden, als man nicht reglementskonformes Material benutzte. „Das war keine Absicht“, so Teamchef Rüdiger Gross, „da haben wir scheinbar nicht aufgepasst. Wir hätten das Material kontrollieren sollen.“ Grund war ein veränderter Trichter, der eine schnellere Durchfuhr von Benzin in den Tank ermöglichte. Dem Team wurde aber kein Vorsatz unterstellt. Von diesen neun Runden Rückstand erholte man sich jedoch nicht mehr und blieb oft im Mittelfeld stecken.

Alles in allem war es wieder ein sehr entspanntes Rennen vor knapp 4.000 Besuchern an den zwei Tagen in der Karthalle von Sax Racing in Leipzig-Dölzig. Rennleiter Werner Aichinger hatte nicht viel zu tun und bedankte sich bei der Siegerehrung dann auch für die Disziplin der Fahrer. Daran schloß sich auch sein Stellverteter und Geschäftführer von Sax Racing, David Hofmann, an.

Das letzte Wort gehört Streckenmoderator und Veranstalter Hannes Hirsch: „Mir hat es wieder sehr viel Spaß gemacht. In diesem Jahr lief es sehr entspannt ab und ich habe das Gefühl gehabt, dass sich die Teams hier sehr wohl fühlen! Wir freuen uns auf das Jahr 2009 mit der vierten Auflage der 24 Stunden von Leipzig.“ (Ralph Monschauer - motorsport-xl.de)

Endergebnis nach 24h
Platz Team Runden Bestzeit
  1. H&R HBDL 1648 Runden   50.532 Sekunden
  2. Mazda Racing Team G&F 1644 Runden  50.572 Sek.
  3. funmotorsports 1640 Runden  50.633 Sekunden
  4. Mediencentrum 1635 Runden   50.666 Sekunden
  5. Schubert Motorsport 1630 Runden   50.804 Sekunden
  6. MSC Scuderia Kempten 1626 Runden   51.100 Sekunden
  7. Diegowie Power Racing Team 1626 Runden   50.930 Sek.
  8. Formel Gloria by Motorsport XL 1623 Runden 51.062 Sek.
  9. Kart World Racing 1623 Runden   50.907 Sekunden
10. Black Sheep Racing 1617 Runden   51.038 Sekunden
11. SMS Seyffarth Motorsport 1602 Runden   51.560 Sek.
12. Lausitz Motor Racing (LMR) 1593 Runden   51.357 Sek.
13. Yellow Shark Racing 1591 Runden   51.433 Sekunden
14. Standox Team HBDL 1578 Runden   50.941 Sekunden
15. MSC Hermannsdenkmal Racing 1573 Runden 51.702
16. Nutria Racing Team 1566 Runden   51.122 Sekunden
17. Italianspeed Racing 1560 Runden   51.694 Sekunden
18. JON Gambo Racing Italia 1537 Runden   51.651 Sek.


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